Arbeitstreffen 2008 der DEUQUA-Arbeitsgemeinschaft Alpenvorland Quartär (AGAQ)

Das diesjährige Arbeitstreffen fand vom 25.-27.04.2008 in Kaufering (Bayern) statt und wurde von Gerhard Doppler (LFU München / Augsburg) organisiert.

Im Rahmen der Vorträge berichtete zunähst Hermann Jerz anlässlich des 150. Geburtstages von Albrecht Penck über dessen Forschungsergebnisse unter dem Titel „A. Penck und das Altquartär“. Er spannte dabei den Bogen von der klassischen Eiszeit-Gliederung anhand der Terrassenlandschaft im Memminger Raum, („schwäbischen Typ“ der Quartärablagerungen) über den Münchener Raum mit Übereinanderlagerung der Schotter („bayerischer Typ“) bis zu Gehängeschutt-Brekzien im Mittenwalder Raum und Pencks Forschungsreisen in alle Welt (z.B. nach Südafrika – dort hatte Penck für glazigene Ablagerungen der Dwyka-Formation den Namen Tillit geprägt). Oskar Keller stellte in seinem Beitrag zu den „Jungmoränen im Prättigau“ neben die bereits vorhandenen Datierungen von Rheingletscherständen aus früheren Arbeiten mit Edgar Krayss neue Geländebefunde vor. Gerhard Doppler sprach über „Stratigraphie und Geologische Karte“ und beleuchtete dabei formale Aspekte der Quartärstratigraphie und deren Bedeutung für die Legende der geologischen Karten. Jürgen Reitner zog nach 10 Jahren persönlicher AGAQ-Teilnehmern eine Bilanz unter dem Titel „AGAQ – Quo vadis“. Er wünschte sich für die Zukunft mehr Diskussion über aktuelle Themen, (z.B. Datierungsfragen) und möchte den Fokus der AGAQ über das nördliche Alpenvorland hinaus erweitern; z. B. nach Norditalien zu den vollständigeren Sedimentabfolgen im Po-Becken. Dietrich Ellwanger fasste den aktuellen „Stand der Forschungsbohrung Heidelberg“ in seinem Beitrag zusammen. Frank Preusser zeigte in seinem Beitrag anhand „Neuer chronostratigraphischer Daten für das Schweizer Quartär“ den derzeitigen Forschungsstand auf.
In den anschließenden Diskussionsrunden wurde neben den fachlichen Fragen auch die organisatorische Weiterarbeit der AGAQ besprochen. Es zeichnete sich ein breiter Wunsch nach Weiterarbeit der AG ab. Allerdings erschien allen angesichts der generell großen Arbeitsbelastung eine effiziente Gestaltung der gemeinsamen Arbeit dringend notwendig zu sein. Die TeilnehmerInnen einigten sich darauf, dass zur nächsten AGAQ-Tagung schriftliche Statements über den Status quo der regionalen Quartärstratigraphie formuliert werden. Dabei zeichnen Dirk van Husen, Jürgen Reitner und Markus Fiebig für den österreichischen Anteil, Christian Schlüchter, Frank Preusser und Oskar Keller für das Schweizer Alpenvorland, Dietrich Ellwanger für Baden–Württemberg sowie Gerhard Doppler, Ernst Kroemer und Konrad Rögner für das bayerische Alpenvorland verantwortlich. Die Tagungsteilnehmer sprachen sich weiterhin einheitlich für eine T/Q-Grenze bei 2,6 Mio. Jahren aus. Markus Fiebig teilte dieses Statement im Vorfeld des IGC in Oslo dem Vorsitzenden der internationalen Stratigraphischen Subkommission Quartär Phil Gibbard mit. Ort und Zeitpunkt der nächsten AGAQ-Tagung standen bei Redaktionsschluss noch nicht fest, werden aber in üblicher Weise persönlich und über die Homepage www.baunat.boku.ac.at/11848.html kommuniziert.
Gerhard Doppler, München; Markus Fiebig, Wien & Frank Preusser, Bern