Gemeinschaft. Austausch. Forschung.

Mo

19

Mai

2014

DEUQUA Tagung 2014, Innsbruck

Quelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/fe/Innsbruck_Panorama_Nordkette_2.jpg
Quelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/fe/Innsbruck_Panorama_Nordkette_2.jpg

Nach nunmehr sechs Jahren kommt die DEUQUA wieder nach Österreich und zum ersten Mal in ihrer Geschichte nach Tirol. Thematischer Schwerpunkt wird die Quartärgeologie der Ostalpen sein.

Die DEUQUA 2014 wird zweieinhalb Tage Vorträge und Poster, sowie Vor- und Nachexkursionen bieten, die die Bandbreite der Quartärforschung im alpinen Raum abdecken werden, von der Eiszeitforschung bis zum rezenten Permafrost und von Aspekten angewandter Quartärgeologie bis zur Geoarchäologie.

 

Tagungsort

Die Veranstaltung findet im Bruno-Sander-Haus der Universität Innsbruck statt, Innrain 52f.

 

Programm

24.9.2014            Vorexkursionen, abends ice breaker

25.9.2014            Tagung, Generalversammlung

26.9.2014            Tagung, Conference dinner

27.9.2014            Tagung bis Mittag, nachmittags Halbtagsexkursionen

28.9.2014            Nachexkursionen

29.9.2014            Nachexkursionen

 

Sessionen

Folgende thematische Sessionen sind geplant:

·         Die Alpen im Holozän

·         Die Alpen im Pleistozän

·         Mensch und Umwelt in Gebirgsräumen

·         Gebirgspermafrost

·         Fortschritte in der Quartärstratigraphie

        Rekonstruktion quartärer Umweltbedingungen

        Angewandte Aspekte der Quartärforschung

·         Open Session

 

Konferenzsprache

Tagungssprache ist Deutsch; englischsprachige Beiträge sind möglich

 

Exkursionen

Eine Reihe von Exkursionen sind derzeit in Planung:

·         Höttinger Brekzie, Innsbruck (halbtägig)

·         Typlokalität "Gschnitz-Stadium" (halbtägig)

·         Baumkirchen (halbtägig)

·         Ursachen, Bewegungsverhalten und Auswirkungen holozäner Großhangbewegungen (ganztägig)

·         Gepatschferner, Kaunertal (ganztägig)

·         Gletscherdynamik und große Felsgleitungen im Unterinntal und im Brixental (ganztägig)

·         Von Vorderriss bis zum Großen Ahornboden, Karwendel Gebirge (ganztägig)

·         Ostalpine Permafrost-Exkursion, Obergurgl (ganztägig)

·         Umgebung des Rosenheimer Beckens - würmzeitliche und vorwürmzeitliche Ablagerungen und das Interglazial von Höhenmoos (MIS7) (ganztägig)

·         Geoarchäologische Highlights im Mesolithikum der Stubaier Alpen (ganztägig)

·         Prähistorischer Fahlerzbergbau im mittleren Unterinntal (ganztägig)

        Neue Ergebnisse zum Quartär im Werdenfelser Raum (ganztägig)

·         Postglaziale Gletscher- und Klimaentwicklung der Venediger Gruppe, Osttirol (eineinhalbtägig)

 

Tagungsgebühr

 

bis 7.4.2014

nach dem 7.4.2014

und bis 31.5.2014

DEUQUA.Mitglieder

120 €

150 €

Nichtmitglieder

150 €

180 €

Studenten

75 €

90 €

 

Als Conference dinner ist ein Abendessen auf der Seegrube oberhalb von Innsbruck geplant (1905 m Seehöhe, mit Seilbahn zu erreichen).

 

Exkursionsgebühren

Wir rechnen für die eintägigen Bus-Exkursionen mit Kosten von etwa 40 € pro Teilnehmer.

 

Termine

31.5.2014            Anmeldeschluss (mit Einzahlung), Einreichungsschluss für Kurzfassungen und Anmeldungsschluss für Exkursionen

 

Anmeldung

http://transidee-conference.uibk.ac.at/deuqua2014/

 

Organisationskomitee

Christoph Spötl, Karin Koinig, Karl Krainer, Hanns Kerschner, Kurt Nicolussi, Diethard Sanders, Reinhard Starnberger

 

Tagungssekretariat

apollonia.ritzer@transidee.ac.at

mehr lesen 0 Kommentare

Do

21

Nov

2013

Subkommission Quartär – Sitzung in Bad Freienwalde

Christopher Lüthgens erläutert bei Althüttendorf die Sanderablagerungen der Pommerschen Eisrandlage. Foto: C. Hoselmann
Christopher Lüthgens erläutert bei Althüttendorf die Sanderablagerungen der Pommerschen Eisrandlage. Foto: C. Hoselmann

Mitte April 2013 hat sich die Subkommission Quartär (SKQ) der Deutschen Stratigraphischen Kommission zu ihrer jährlichen Sitzung in Bad Freienwalde rund 70 km nordöstlich von Berlin getroffen. Die Sitzung wurde von Margot Böse (Berlin) und Christopher Lüthgens (Wien) organisiert. 19 Mitglieder der SKQ haben an dem zweitägigen Treffen teilgenommen. Die Sitzung leitete der Vorsitzende der SKQ Felix Bittmann (Wilhelmshaven), der über die Arbeiten der Kommission berichtete. Christian Hoselmann (Wiesbaden) stellte den Stand zum Lithostratigraphischen Lexikon (LithoLex) vor, in dem zwischenzeitlich 58 quartäre Datensätze enthalten sind (www.bgr.de/app/litholex). Michael Weidenfeller (Mainz) erläuterte zwei neue Definitionen aus dem Mittelrheingebiet: die Mittelrhein-Mittelterrassen- und -Niederterrassen-Formation. Diese wurden zur Aufnahme im LithoLex freigegeben und sind zwischenzeitlich auch online verfügbar.

In einem Kurzvortrag berichtete Herr Bittmann über den Stand der Anthropozän-Diskussion. International ist in die Anthropozän-Frage Bewegung gekommen, da die „Subcommission on Quaternary Stratigraphy“ eine Arbeitsgruppe mit dem Titel „What is the 'Anthropocene'? - current definition and status“ eingerichtet hat. Ergebnisse der Arbeitsgruppe sollen bis 2016 vorliegen.

Stefan Wansa (Halle/Saale) erläuterte die aktualisierte Tabelle zur Gliederung der Weichsel-Kaltzeit. An diese Vorstellung schloss sich eine ausführliche Diskussion an. Die vorgestellte Untergliederung der Weichsel-Kaltzeit soll als Vorschlag bestehen bleiben und neue Ergebnisse berücksichtigen. Weiterhin stellte Herr Wansa die Forschungsbohrung im Ummendorfer Kessel (Sachsen-Anhalt) vor, bei der eine gut 70 m tiefe Kernbohrung quartäre Sedimente bis zur Basis der Elster-Grundmoräne erbohrt hat. Verschiedene geologische sowie geophysikalische Untersuchungen an den Kernen werden folgen. Daniel Richter (Bayreuth) präsentierte in einem Zwischenbericht erste Ergebnisse des DFG Projekts „Chronologie und Geomorphologie des mitteleuropäischen quartären Vulkanismus – pulsierende Hot Spot-Finger“ und zeigte erste Ergebnisse von Lumineszenzdatierungen aus dem Gebiet der Osteifel. Ein Projekt zu 10Be-Expositionsdatierungen von Großgeschieben im Bereich des Pommerschen Eisvorstoßes stellte Andreas Börner (Güstrow) vor. Die Deglaziationszeit der Pommerschen Eisrandlage wird mit 17,5-18 ka angegeben. Nun soll noch die Deglaziationszeit der Brandenburger und Frankfurter Eisrandlage in Mecklenburg-Vorpommern datiert werden. Herr Börner teilte mit, dass neue Berechnungen der Produktionsraten von 10Be eine Erhöhung der Alter von rund 10 % zur Folge haben.

Am zweiten Tag der SKQ-Sitzung führten Margot Böse und Christopher Lüthgens die Teilnehmer in drei Aufschlüsse zwischen der Frankfurter und Pommerschen Eisrandlage. Die Exkursionspunkte wurden auch detailliert in der Arbeit „Exkursion C – Ice marginal positions of the Last Glacial Maximum (LGM) in north-eastern Germany“ beschrieben, die als PDF kostenlos im Internet bezogen werden kann (www.geozon.info/publikationen/b%C3%BCcher).

Am ersten Exkursionspunkt bei Vevais am westlichen Rand des Oderbruchs – rund 15 km südlich von Bad Freienwalde – erläuterte Herr Lüthgens die Eisrandlagen im Weichselvereisungsgebiet NE-Deutschlands. Im Aufschluss stehen limnisch bis fluviatil-glazifluviatile Schluffe und Sande des Saale-Komplex an, auf denen mehrere Meter mächtige limnische Sedimente mit Seekreiden aus der Eem-Warmzeit folgen. Im Hangenden sind weichselzeitliche glazifluviatile-fluviatile Ablagerungen aufgeschlossen.

Im Kies- und Sandabbaubetrieb östlich von Althüttendorf sind derzeit die Sanderablagerungen der deutlich geschichteten Sande und kiesigen Sande der Pommerschen Eisrandlage aufgeschlossen. Die hangenden Schichten sind nur teilweise zu beobachten; im oberen Teil des Profils mit laminierten Schluffen und Tonen sind häufig Kryoturbationserscheinungen zu erkennen. Der letzte Halt der Exkursion war der Aufschluss Macherslust am östlichen Stadtrand von Eberswalde am nördlichen Rand des Eberswalder Urstromtals. Aufgeschlossen sind hier gut drei Meter mächtige, laminierte glazilakustrine Schluffe und Tone, die zum Teil durch subaquatische Rutschungen gestört sind. Die Datierungen mittels OSL ergaben ein Akkumulationsalter von rund 15 ka.
Die nächste SKQ-Sitzung wird vom 8.-9. Mai 2014 in Bad Hönningen (Rheinland-Pfalz) stattfinden.

Christian Hoselmann (Wiesbaden)

mehr lesen 0 Kommentare

Do

21

Nov

2013

Norddeutsche Geologen trafen sich in Krefeld

Briefmarke des Geologischen Dienstes NRW Abbildung: GD NRW
Briefmarke des Geologischen Dienstes NRW Abbildung: GD NRW

Der Geologische Dienst Nordrhein-Westfalen war vom 21. bis 23. Mai Treffpunkt von über 100 Experten aus vielen geowissenschaftlichen Forschungszweigen. Sie kamen zur 78. Tagung Norddeutscher Geologen in den Geologischen Dienst nach Krefeld, um sich über die praxisrelevanten Fragen und aktuellen Bezüge innerhalb der Geowissenschaften auszutauschen. Seit vielen Jahren steigt der Bedarf an Daten oder Stellungnahmen. Das verdeutlichen die Diskussionsbegriffe Fracking, Endlagerung, Trassenplanung, alternative Energien, unterirdische Raumplanung und Schlichtungsstellen. Der länder- und fachgebietsübergreifende Expertenaustausch ist eine wichtige Grundlage und Fortbildung, die vielen Pressemeldungen zu bewerten.

Die Tagungsleitung hatte ein Programm mit Vorträgen, Posterausstellung und wissenschaftlichen Exkursionen zusammengestellt, das von modernen Verfahren der Datenerhebung und -darstellung bis hin zu aktuellen Geothemen reichte.

Der erste Themenblock widmete sich der Kartierung. Die Datenerhebung von unterschiedlichen Gesteinen und Böden in NRW ist die Basis für analoge und digitale Produkte. Die gute methodische Arbeit bleibt im Gelände auch im Computer-Zeitalter unentbehrlich. Fortentwickelte Methoden liefern die unverzichtbaren Basisdaten für die Computerauswertungen.

Einen entsprechend breiten Raum nahm daher auch die dreidimensionale Konstruktion des geologischen Untergrundes am PC ein. 3D-Modelle machen das räumliche Gefüge der verschiedenen Gesteinsschichten und der tektonischen Elemente verständlicher. Geologen leiten zum Beispiel Entstehungsprozesse ab oder können die im Untergrund ablaufenden Szenarien bewerten. Mittlerweile haben die 3D-Modelle eine große wirtschaftliche Bedeutung. Die Fachleute nutzen sie bei der Suche nach alternativen Energien, wichtigen Rohstoffen oder nach Grundwasser. Die mögliche Ausbreitung von Schadstoffen im Untergrund kann mit Hilfe der Modelle vermindert werden und zu Lösungen beitragen.

Die Teilnehmer erfuhren auch Neues über die regionale Geologie Niedersachsens, Schleswig-Holsteins und Nordrhein-Westfalens – eine Reise durch 385 Millionen Jahre Erdgeschichte, von den Ablagerungen des jüngsten Eiszeitalters bis zum Massenkalk der Devon-Zeit.

Ein Highlight war die vom Geologischen Dienst NRW entwickelte Briefmarke, die anlässlich der Tagung herausgegeben wurde. Der Prototyp stellt ein Podsol-Bodenprofil aus dem Münsterland dar. Der Versuch eine Briefmarke mit geowissenschaftlichen Hintergrund zu veräußern, stieß auf ein breites Echo. Bereits am Abend waren die 100 Stück ausverkauft.

Am zweiten Tagungstag gingen vier Exkursionen in die geologisch interessanten Regionen: Niederrheinische Bucht, Ruhrgebiet, Münsterland und Bergisches Land – da störte das spätherbstlich anmutende Regenwetter nur wenig, auch wenn es im Bergischen Land sogar zu Schnee- und Graupelschauern kam.

Die Tagung hat gezeigt, dass die sich schnell entwickelnde Informationstechnik den Geowissenschaftlern neue Möglichkeiten eröffnet, die Daten über den Untergrund immer besser und verständlicher für die Anwender aufzubereiten. Die Diskussionen und intensiven Gespräche zwischen den Fachkollegen sind für alle Teilnehmer gewinnbringend. Neue Ideen und Anregungen werden über die Arbeitsstelle bis zu den Kunden weitergereicht, die von diesem Austausch profitieren. Viele Kollegen wollen sich in zwei Jahren zum Fachgespräch in gleicher guter Atmosphäre wiedertreffen. Die seit 1927 stattfindende Tagung der Arbeitsgemeinschaft Norddeutscher Geologen wird zur 79. Tagung 2015 in Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern stattfinden.

Klaus Steuerwald (Krefeld)

mehr lesen 0 Kommentare

Do

21

Nov

2013

Internationale Tagung zur Bodendynamik und Paläoökologie an der Universität Vechta

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des „Symposium and Field Workshop on Soil Dynamics and Paleoecology in Middle to Late Quaternary Landscapes“ an einer spätglazialen Düne. Foto: S. Döhler
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des „Symposium and Field Workshop on Soil Dynamics and Paleoecology in Middle to Late Quaternary Landscapes“ an einer spätglazialen Düne. Foto: S. Döhler

Im Zeitraum vom 12. bis 15. Mai 2013 fand an der Universität Vechta das „Symposium and Field Workshop on Soil Dynamics and Paleoecology in Middle to Late Quaternary Landscapes“ statt. Auf Einladung von Prof. Dr. Bodo Damm (Universität Vechta) nahmen neben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus der Russischen Föderation Kolleginnen und Kollegen der Universitäten Dresden, Flensburg, Oldenburg und Würzburg sowie des Leibnitz-Instituts für Angewandte Geowissenschaften in Hannover teil. Die Veranstaltung war inhaltlich der Bodendynamik und Paläoökologie in den mittel- bis spätquartären Landschaften im Nordwesten Niedersachsens gewidmet und in einen Exkursions- sowie einen Vortragsteil gegliedert.

Im Fokus der von Bodo Damm und Susanne Döhler (Vechta) sowie Birgit Terhorst (Würzburg) geleiteten Exkursionen stand die natürliche und die durch den Menschen gesteuerte Boden- und Landschaftsdynamik innerhalb der saalezeitlichen Glaziallandschaft zwischen Dammer Bergen, Dümmer-Niederung und der südlich anschließenden Mittelgebirgsschwelle. Inhaltliche Schwerpunkte waren der Vergesellschaftung von periglazialen Lagen und Lössvorkommen sowie der Entwicklung von Paläoböden in weichselzeitlichen und spätglazialen Dünen und Flugsandfeldern gewidmet. Fossile Böden innerhalb der Abfolgen der äolischen Sedimente belegen im Exkursionsgebiet einen Wechsel von Aktivitäts- und Stabilitätsphasen seit der letzten Kaltzeit. Auch führte die intensivierte Landnutzung seit dem Mittelalter zu Bodenabtrag, der noch bis vor 100 Jahren die Reaktivierung von Dünen sowie massive Sandverwehungen zur Folge hatte. Die im Zusammenhang mit flächenhaftem Bodenabtrag in Nordwestdeutschland weit verbreitete Plaggenwirtschaft und die hieraus entstandenen mächtigen Eschböden stellten ein weiteres Thema der Exkursion dar. Die dreitägige Exkursion führte abschließend in das niedersächsische Küstengebiet. Hier wurde unter anderem das Niedersächsische Institut für Historische Küstenforschung in Wilhelmshaven besucht, dessen Arbeitsschwerpunkte vom Leiter des Instituts, Dr. Felix Bittmann, vorgestellt wurden. Einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zur Besiedlungs- und Kulturgeschichte des Niedersächsischen Wattenmeerraumes vermittelte in einem eindrucksvollen Vortrag Prof. Dr. Karl-Ernst Behre.

Die Vortragssitzung umfasste sieben Präsentationen, die sich mit Fragestellungen zu periglazialen Deckschichten, Paläoböden und Paläolandschaften, Datierungsaspekten sowie der Wirkung des Menschen auf die Bodenentwicklung befassten. Der Erläuterung des in Mitteleuropa entwickelten Konzepts der periglazialen Deckschichten sowie der Entwicklung eines Ansatzes zum Transfer des Deckschichtenkonzepts auf Bodenregionen in Russland war die Präsentation von Prof. Dr. Arno Kleber (Dresden) gewidmet. Dessen Vortag war gestützt auf umfangreiche Geländebefunde sowie Laborergebnisse von Bodenprofilen aus Mitteleuropa und Westrussland. Ebenfalls der Deckschichtenforschung gewidmet waren die Ausführungen von PD Dr. Christian Stolz (Flensburg). Mit der Verbreitung regionaltypischer Böden vor dem Hintergrund der Landschaftsgenese in den westrussischen Glaziallandschaften der Moskau- und Valdai-Vereisungsphasen befasste sich Dr. Alexander Makeev (Moskau). Im Fokus des Vortrags von Dr. Svetlana Sycheva (Moskau) stand die Analyse von Boden-Sediment-Archiven in Paläodepressionen im zentralrussischen Hochland. Des Weiteren befassten sich Prof. Dr. Luise Giani und Dr. Olga Kalinina (Oldenburg) mit den Eigenschaften und Funktionen sowie der Entwicklung von Plaggeneschen. Die quartäre Bodenentwicklung in den nahe den Eisrändern gelegenen ehemaligen Periglazialgebieten Nordosteuropas seit dem Isotopenstadium MIS 3 war Inhalt der Präsentation von Dr. Alexey Rusakov (Sankt Petersburg), Dr. Sergey Sedov (Mexico City) und Dr. Svetlana Sycheva (Moskau). Im abschließenden Vortrag ging Prof. Dr. Manfred Frechen (Hannover) auf Genauigkeit und Schwankungsbreite von Lumineszenzdatierungen sowie auf die Möglichkeiten und Grenzen der Korrelation von Löss-Paläoboden-Sequenzen mit Paläoklimakurven aus Eisbohrkernen ein.

Bodo Damm & Susanne Döhler (Vechta)

mehr lesen 0 Kommentare

Do

21

Nov

2013

Paläoumwelt-Projekt im Mittleren und Hohen Atlas (Marokko)

See Sidi Ali im Mittleren Atlas Foto: O. Sturm
See Sidi Ali im Mittleren Atlas Foto: O. Sturm

Paläoumwelt-Projekt im Mittleren und Hohen Atlas (Marokko)

 

Im September 2012 wurden aus dem See Sidi Ali im Mittleren Atlas Marokkos neue Seesedimentsequenzen erbohrt. Eine Arbeitsgruppe aus Deutschland, Großbritannien, Belgien und Marokko der Universitäten Leipzig, Potsdam, Manchester und Gent sowie des Institut National de Service Archaeologique et Patrimoine (Rabat) erbohrten mit einem UWITEC-Bohrgerät einen 20 Meter langen Kern vom südwestlichen Teil des Sees (38 Meter Seetiefe) und zwei 9 Meter lange Kerne von einem flacheren Bereich in 10 Meter Wassertiefe. Die Auswahl der Bohrlokalitäten erfolgte nach einer seismischen Prospektion.

Seismische Prospektionen und Kurzkernsondagen wurden auch an den Seen Tislit, Isli und Afourgagh im Hohen und Mittleren Atlas durchgeführt, um weitere UWITEC-Bohrungen vorzubereiten. Die Kampagne im September 2012 konzentrierte sich auf den See Sidi Ali, welcher vormals bereits von Prof. Henry Lamb (Universität Aberystwyth) und seiner Arbeitsgruppe in den 90er Jahren untersucht worden ist. Sie erbohrten damals einen 6 Meter langen Kern von einem flacheren Randsee des eigentlichen Sees und lieferten wichtige Pionierarbeiten zur mittel- und spätholozänen Seen- und Klimaentwicklung der Region. Unsere neuen Arbeiten zielen nun auf die Rekonstruktion der Klimaentwicklung des Hoch- und Spätglazials mit seinen abrupten Kälteeinbrüchen in der mediterranen-saharischen Übergangszone, auf die Rekonstruktion schneller Klimawechsel im Holozän (Holocene Rapid Climate Changes) sowie auf das Verständnis zum Einfluss des Menschen in der Region seit dem Epipaläolithikum/Neolithikum. Die Pilotphase des Projektes wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (Steffen Mischke und Christoph Zielhofer) sowie vom Natural Environment Research Council (NERC) (William Fletcher) gefördert.

Christoph Zielhofer (Leipzig), Steffen Mischke (Potsdam), William Fletcher (Manchester)

mehr lesen 0 Kommentare

Die Deutsche Quartärvereinigung (DEUQUA) e.V. ist ein Zusammenschluss deutschsprachiger Quartärwissenschaftler. Der Verein hat zum Ziel die Quartärwissenschaft zu fördern, sie in der Öffentlichkeit zu vertreten, den Kontakt zu angewandter Wissenschaft zu intensivieren sowie öffentliche und politische Gremien in quartärwissenschaftlichen Fragestellungen zu beraten. Desweiteren hat der Verein sich zur Aufgabe gemacht, die Kontaktpflege der Quartärforscher untereinander und zu verwandten Organisationen im In- und Ausland zu betreiben.

 

Die DEUQUA veröffentlicht jährlich zwei Ausgaben von E&G Quaternary Science Journal (ehemals: Eiszeitalter und Gegenwart). Dort werden Forschungserkenntnisse aus dem Bereich der Quartärwissenschaft publiziert. Zusätzlich werden Entwicklungen in der DEUQUA in den Geowissenschaftlichen Mitteilungen (GMIT) bekannt gemacht. GMIT erscheint vierteljährlich.

 

Im zweijährigen Turnus veranstaltet die Deutsche Quartärvereinigung e.V. die DEUQUA- Tagung. Diese bietet ein Forum, im welchem aktuelle Forschungsergebnisse aus dem Bereich der Quartärwissenschaften vorgestellt und diskutiert werden.

 

Aktuelle Mitteilungen